Wie man etwas anfängt
Mit 17 Jahren reifte mein Wunsch, Designerin zu werden. Ich hatte etwas mehr als ein Jahr Zeit, um meine Ausbildung in Modedesign und Schnittmustererstellung an einer Fachschule abzuschließen. Es ist toll, wenn man Zeit zum Nachdenken hat, nicht wahr?
Ich hatte es abgeschlossen und wusste nicht, wie es weitergehen sollte. Mir war klar, dass ich lernen musste, ein Unternehmen zu führen. Also ging ich an die Akademie und schrieb mich für ein vierjähriges Bachelorstudium im Bereich Finanzmanagement ein. Es gab zwar auch zweijährige BWL-Studiengänge, aber die reichen ja nicht aus, um sich auf die Gründung eines eigenen Unternehmens vorzubereiten, oder? So konnte ich einen Traum, den ich schon immer verwirklichen wollte, aber nicht umsetzen konnte, erst einmal auf Eis legen.
Während meines Studiums vergaß ich sogar, warum ich überhaupt studiert hatte. Ich war in einem Vorstellungsgespräch für eine Stelle als Junior-Finanzmanager, als ich gefragt wurde, wo ich mich in fünf Jahren sehe. Ich antwortete: „Ich möchte Modedesignerin werden.“ In diesem Moment scheiterte ich an meinem einzigen Vorstellungsgespräch meines Lebens und machte mich wieder daran, wie ich meinen Traum, Designerin zu werden, verwirklichen könnte.
Ich muss ehrlich sein, selbst der Studienabschluss hat mir nicht wirklich weitergeholfen. Mir war zwar bewusst, dass mein Vorhaben riesig und komplex ist, aber ich hatte keine Ahnung, wie ich mein Ziel erreichen sollte. Mir wurde klar, dass es viel zu viele Dinge zu klären gibt, um einen praktikablen Plan zu entwickeln. Versteht mich nicht falsch, eine Firma zu gründen, ein Label zu gründen oder sich einfach Designer zu nennen, reicht nicht. Da traf es mich wie ein Blitz: Es geht nicht um das Wie, sondern um das Wo. Ich hatte keine Ahnung, wo ich anfangen sollte.
Mein Ziel lag weit entfernt, und ich konnte den Weg dorthin nicht klar erkennen. Ich musste ein näherliegendes Ziel finden, das mich meinem Hauptziel näherbrachte. Mein erster Schritt bestand darin, alle Ablenkungen beiseite zu schieben und mich auf das nächstgelegene Ziel zu konzentrieren. So entstand mein erstes Kleidungsstück.
Fang einfach an!

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